IA Konferenz 2014 – und wie war’s?

Posted on Mai 29, 2014 in Buzzwords, IA + UX, Unterwegs | No Comments

Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf der IA-Konferenz in Berlin und bin selbst überrascht, wie viel ich von diesen 3 Tagen mit genommen habe. Prinzipiell – um das Fazit direkt nach oben zu ziehen – empfehle ich als Konzeptioner, Informations-Architekt, UX-Designer oder Texter/Designer/Berater/Stratege mit Schwerpunkt Konzept zu dieser Konferenz zu fahren. Definitiv!

Was habe ich also erlebt?

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Workshop-Tag

Ich habe mich ganz kurzfristig dazu entschieden einen der Workshops einen Tag vor der Konferenz mitzunehmen.. Conni Erbs und Jeremias Dombrowsky haben das spannende Thema „Frontendentwicklung für Konzepter und Designer“ am Wickel und da mich der Einstieg ins Frontend schon ewig juckt, musste ich dabei sein.
Was soll ich sagen? Nach 4 vollgeproppten Stunden mit Infos (nächstes Mal müssen die Workshops unbedingt den ganzen Tag gehen. Dafür zahle ich gerne mehr, aber in vier Stunden schafft man nichts so wirklich) habe ich wirklich schon einiges Neues in meinem Kopf installieren können.. die Synapsen schnauften und ich war froh dass ich in meine kleine Airbnb-Wohnung wackeln konnte, um ein bisschen die Informationsflut zu verarbeiten.

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Den Vortrag von Conni und Jeremias findet ihr hier

und noch viel toller: die beiden haben eine Webseite mit Facebook-Page  und Twitter-Account gestartet, um das Thema so richtig fett zu besetzen und weiter zu führen.
Unbedingt anschauen, liken und zu den Workshops gehen.. der Einstieg ist für alle Konzepter wirklich fantastisch.

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#IAK14 – endlich geht’s los!

So und dann startete am Freitag schon die Konferenz in den ehrfürchtigen Räumen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften direkt am Gendarmenmarkt. Direkt am Empfang wurde jedem ein Stapel mit Karten in die Hand gedrückt, die einen großen Anteil am Spaßfaktor haben sollten.

Und schon nachdem ich in den Saal mit Catering an den Seiten reinkam und mir meinen ersten Tee mit Brezel (ja, spannende Kombi, aber das war das IAK14-Frühstück) schnappte, wurde mir klar, dass diese Konferenz anders war, als alle die ich sonst erlebt hatte. Denn ich lernte von Minute 1 an unfassbar viele Leute kennen. Man quatschte sich am Früchteteller an, beim Gang zum anderen Konferenz-Saal,  während man im Publikum einer Keynote saß und sogar auf der Toilette.. was machst du? Wo arbeitest du gerade? Wo gehst du gleich hin? Was meinst du zu dem Thema? undundund. 

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Dieses wurde von dem „Kartenspiel“ noch befeuert: denn die Methoden-Karten, die wir alle am Eingang bekommen haben, hatten vor allem einen Zweck: Kommunikation! Jeder hatte einen Stapel einer einzigen Methode, den er eben zu 15 unterschiedlichen Karten eintauschen musste. Und das war dann zusätzlich ein Quatsch-Push.
Vielleicht lag es daran, dass alle extrem nah beieinander lagen was das Gewerk betrifft und man sich so offener unterhalten konnte. Keine Ahnung. Aber es ist mir echt aufgefallen und ich habe ganz nebenbei einige wirklich guten Gespräche geführt und tolle Leute kennengelernt.

 

Und was war wirklich gut?!

Ich will jetzt gar nicht auf die einzelnen Keynotes so genau eingehen, sonst würde das hier ein Mörderposting. Deshalb halte ich meine Eindrücke da mal ganz offen:

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#1: So seh‘ ich das – wie seht ihr das: Super waren die Keynotes, bei denen ein Freelancer ganz offen über ein Thema gesprochen hat (wie z.B. Rainer Sax dazu, dass das Internet kaputt kaputt kaputt ist und wie wir es reparieren sollten/könnten/müssen Hier geht’s zur Keynote)

 

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#2: KAUF! MEIN! PRODUKT! – NOT!
Was man tatsächlich vermeiden sollte: alles was nach „Produktvorstellung riecht“. Klar sind da Sponsoren mit an Bord, die ihren Stuff gerne verkaufen möchten, aber mit einer kalten Produkt-in-your-face-Präse will ich das nicht kaufen.
Sowas macht die Keynote sehr einseitig, fast schon engstirnig und hinterher habe ich mich jedes Mal (ist mir leider zweimal passiert) was ich da wirklich für mich mitnehmen kann.Außer dass ich diese „Produkte“ seltsam finde – ob jetzt Methodenkoffer oder Research-Strategie-Package.
Zudem: ich habe bei beiden Vorträgen kein einziges Wort mitgeschrieben.. Pft.

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#3: This is how we do it!
Agentur-/Design-/Firmen-Leute die zum Thema „So war das bei uns“ berichten sind zu 90% echt spannend. Wenn es hier natürlich (obacht!) nicht um ein Produkt geht sondern um eine reine Problem-Vorstellung + -Lösungs-Präsentation. (Hier war z.B. die Präse von Thorsten Jonas von Cellular zum ZDF-App-Universum sehr spannend – hier geht’s zur Keynote) (Oder die „The Experience is the Message Keynote von Christian Vatter und Martin Jordan – hier geht’s zur Keynote)

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#4: BRANDS LOVE UX!
Das Thema der #iak14  war nun einmal „Brand Experience“ und somit drehten und schwurbelten sich einige Artikel etwas freier über das Verhältnis von der Marke zum Design, zum IA und UX und wie sich das eigentlich anfühlt. Diese Vorträge brachten die meiste Energie und offene Denkweise rüber (Ganz toll: Silke Kreiling von aperto über hybrid thinking und Oliver Gerstheimer von chili über die UXX Enterprise) und auch einige Erkenntnisse bei mir mit sich (Auch super: Rupert Platz – Keynote gibt’s hier) Dagegen war es mehr als seltsam zu sehen, wie dann auch mal einfach Cases runtergeritten wurden, ohne Zahlen, ohne Hintergründe und ja- ohne Leben. Die Closing Keynote der Konferenz war leider so ein Fall. Aber hey, kann ja nicht immer nur alles geil sein.

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Und was in den guten Keynotes immer wieder ganz klar die Essenz war:

Dude2
Gute Arbeit braucht Liebe!

Super Projekte wollen mit Empathie und Energie angegangen werden, damit sie wirklich cool werden.

Die kleinen Dinge machen den Unterschied!
Wenn jedes Detail mit Liebe angegangen wird, können ein Soundeffekt, ein kleines Designelement oder auch nur ein Splash-Screen den Unterschied von „naja, ganz ok halt so“ zu „Ach wie cool, die haben sich was dabei gedacht“ machen. Weil es eben mit Flauschigkeit (danke für das Revival dieses Wortes, Thorsten Jonas welches ja auch gerne Sascha Lobo nutzt) Detailverliebtheit und einer Menge Hirnschmalzinvestition in den User, seine Bedürfnisse und das, was er vielleicht möchte, aber selbst noch gar nicht weiß, dass er es gerne hätte, ausgedacht wurde.

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Ob das jetzt in den Keynote als „Magic Moments“ oder „Markenseele“, „Wir brauchen Kohärenz“,  „Wow Points“  oder „Wicked problems need wicked people“ benannt wurden.. wir meinen alle dasselbe und das ist schon mal ein richtig guter Konsens.

Ich nehme aus der Konferenz neben den ersten mutig keimenden HTML/CSS-Versuchen einige gute Ansätze für meine Projekte und tolle Kontakte mit und freue mich sowohl auf die UX-Roundtables hier in Hamburg um einige Leute wiederzutreffen als auch die #iak15.

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