Prokrastination ist der beste Freund eines jeden Kreativen. Ich bin tatsächlich ein PRO beim procrastinating, da ich immer eine ordentliche Deadline im Nacken brauche um schnell, konzentriert und durchgehend zu arbeiten. Wenn ich zuviel Zeit habe.. ja, dann sorge ich dafür, dass ich nicht mehr viel Zeit habe, da ich tausend andere Dinge nebenbei mache.
Aber mal ganz ehrlich:
Wie sollen wir kreativ arbeiten, wenn digitaler Schwachsinn uns ständig ablenkt? Wenn jede Sekunde ein neuer Beitrag bei Twitter, Facebook und im RSS-Feed-Reader aufploppt, eine neue E-Mail sekündlich beantwortet werden wi… oh, was ist das für ein lustiger Youtube-Film? Den muss ich teilen.. ähh. wo war ich?

Das ist alltägliche, digitale Prokrastination. (Aufschieben, (lateinisch procrastinatio ‚Vertagung‘, Zusammensetzung aus pro ‚für‘ und cras ‚morgen‘)

Der Freelancer in seinem Home-Office welches mehr „Home“ als „Office“ ist, findet zusätzlich noch tausend andere Dinge, die ihn aktiv von der Arbeit abhalten und nicht digital sind: Socken bügeln, ToDo-Listen für die ToDo-Liste schreiben oder ständig im Kühlschrank nachschauen, was man als nächstes essen könnte.
Deshalb habe ich mir beispielsweise ein Büro angemietet, welches mich direkt in einen Arbeits-Prozess-Zustand versetzt und dort prokrastiniere ich erstaunlicherweise so gar nicht, sondern arbeite direkt durch. Klappt wirklich super. 🙂

 

Es gibt unzählige Ratgeber, Artikel und auf Pinterest Tausende von lustigen Bildchen und Memes zur <<Procrastination>>. Es ist somit nicht nur ein wichtiges Thema sondern man kann fantastisch über das Thema Prokrastination prokrastinieren.

Doch meist passiert dies gar nicht so aktiv, sondern mehr nebenbei: wir lassen wir uns ja auch all zu gern von unserem digitalen Drumherum einfach nur ablenken. Und wir merken überhaupt nicht, wie unser Hirn ständig beballert wird von lustigen Videos, WTF-Bildern, skandalösen Kommentaren und anderem Nonsens.
Diese immer wiederkehrende Anklopfen in unserem Oberstübchen, lässt uns nichts so wirklich „zu Ende“ denken. Der Job muss also immer wieder neu gestartet werden und das kostet zusätzlich so unfassbar viel Zeit.

In diesem Video wird echt gut beschrieben, was wir unserem Hirn „wegnehmen“ wenn wir uns ständig ablenken lassen und unser Hirn mit Schwachsinn bombardieren.

Zudem beobachte ich in Agenturen auch gerne mal, wie die Mitarbeiter von „rumcornern“. Das heißt, auf Schreibtisch-Kanten bei Kollegen rumlungern, sich den drölfzigten Kaffee holen und dann doch mal schnell noch 1-4 Zigaretten rauchen nur um gerade nicht arbeiten zu müssen. Lustigerweise ist auch das bei mir komplett deaktiviert seit ich Freelancer bin. Ich will schnell Feierabend und ich will den besten Job machen, den ich hinbekomme. Deshalb gibt es für Rebecca keine Ablenkung mehr. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt geworden fürs „cornern“. 😆

Wenn man dann endlich mal in der „Zone“ seines Kopfes ist und sich dafür vielleicht mal aktiv in ein leeres Büro, ins Café um die Ecke oder eine Denkzelle setzt, um „sich nicht ablenken“ zu lassen staunt man so richtig was man in einer Stunde schaffen kann! Man kommt dann schneller voran und ist richtiggehend verwundert über die schnellen und so guten Ergebnisse. „Warum arbeite ich eigentlich nicht immer so?“ habe ich mich früher als Festangestellte dann immer gefragt.. 😛

Und wie schon erwähnt gab es für mich tatsächlich ein Umdenken und eine Umstellung als ich mit freiberuflichen Jobs gestartet bin. Ich fühlte mich mehr gefordert, hatte absolut das Gefühl mehr geben zu müssen und wollte auch meinen eigenen Ansprüchen entsprechend eine wirklich gute Leistung bringen. Dafür habe ich dann auch keine Tools gebraucht sondern ich arbeite jetzt ja für mich selber, ja und dann will ich meine Zeit nicht verplempern. Denn man sollte auch nicht vergessen: wenn man im eigenen Büro arbeitet und für den fertigen Job und nicht die abgesessenen Stunden bezahlt wird, hat man Feierabend sobald der Job „done“ ist. Oh.. ja dann mal fix! Ganz einfach. 🙂

Doch was kann man da machen?

The walking Deadline:

Wenn gerade etwas so richtig richtig schlimm dringend fertig werden muss, schafft man es ja auch problemlos, einfach „durchzuziehen“ und alles zu ignorieren. Mailprogramm aus, Facebook ist total egal, Handy auf leise und auf den Handybildschirm drehen damit man nicht ständig jede Push-Nachricht anglotzt, Telefon aus, Kopfhörer drauf, laute Mugge und los geht’s!

Ist die Deadline jedoch nicht heute und solltet ihr so ein „ich brauche Druck um zu funktionieren“-Typ wie ich zu sein, dann  hilft es definitiv sich selber aktiv am Tag eine Deadline zu setzen und sich danach zu erlauben, auch aktiv zu prokrastinieren. Als Belohnung! Sollten eure Kollegen euch gerne mal anschnacken während der Arbeit, dann bittet sie, euch in Ruhe arbeiten zu lassen, wenn ihr beispielsweise die Kopfhörer auf habt. So werdet ihr auch von keinem externen Reiz rausgebracht. Ihr werdet staunen, wie schnell ihr fertig sein könnt!

Bewusster Kontrollverlust:

Für diejenigen, die es einfach nicht schaffen Facebook zu ignorieren oder Twitter einfach mal vor sich hinzwitschern zu lassen, gibt es jetzt zum Beispiel die kostenlose App SELFCONTROL. Und die macht eigentlich nur eins, aber das richtig: Ihr fügt die URLs zu der Blacklist hinzu, die ihr blocken wollt, dann gebt ihr die Zeit vor, zu welcher diese Blacklist geblockt werden soll und los geht’s. Und dann werden die auch so lange geblockt. Ihr könnt es nicht rückgängig machen.. auch wenn ihr die App löscht, diese Seiten werden geblockt. Hat ein bisschen was von digitalen Hausarrest, ist aber effektiv.

Was ich auch sehr sweet finde ist die iOS-App sowie Chrome-Extension Forest.
Während der festgelegten Zeit wächst euer Baum im Hintergrund vor sich hin, wenn ihr brav konzentriert bei der Arbeit bleibt. Verlasst ihr die Arbeits-Webseite oder -App verkümmert der Baum. Und ihr könnt so euren eigenen kleinen Arbeitswald anbauen.. Wirklich ganz einfaches Konzept und schön gebaut.

Selbstauferlegte Konzentrationsphasen:

Für diejenigen, die sich doch „gerade noch so“ ohne Fremdeinwirkung kontrollieren können, sollten es einfach mal teste, sich den Tag in „Spaß-Browsing“- und „Konzentrations“-Phasen einzuteilen.

Probiert das mal aus:
Gebt euch zwei Uhrzeiten (zum Beispiel morgens zum ersten Kaffee und nach dem Mittag, wenn man noch müde gefuttert ist) am Tag, an denen ihr bewusst alles auf euch einsausen lässt, jedes alberne Katzenvideo schaut und euch total im Social Media + RSS-Dideldumm verliert. Stellt dazu die Stoppuhr des Smartphones und genießt den freiwilligen Blödsinn! Und dann arbeitet ihr wieder weiter und konzentriert.

Pssst.. You should have got no mail

Was in meinen Augen übrigens ein riesiger Ablenkungs-Faktor ist, sind die ständigen Mails die bei uns einflattern. Ich mache bei der Arbeit echt oft aktiv mein Mailprogramm zu und checke es 2x die Stunde um es dann gleich wieder zu schließen. Was auch sehr hilft ist, dass ihr in eurem Mail-Programm die Zeitabstände einstellt, wie oft euer Programm nach neuen Mails checkt. Vielleicht stellt ihr das einfach mal auf viertelstündlich? Oder sogar halbstündlich oder noch seltener? Uiuiuiui, klingt total nach wilden Westen, aber probiert es einfach mal aus! Es bringt eurem Kopf so viel mehr Ruhe!
Die meisten Mails erledigen sich sowieso innerhalb von fünf Minuten und wenn es so richtig dringend ist, werdet ihr dann schon angerufen. 😉

Und wenn mehr Ruhe im Kopf herscht, kommt tatsächlich die innere Playstation wieder zum Vorschein. Wir machen Platz für Ideen, komplexere Konzepte oder Denkkonstrukte und staunen wie gut wir unseren Job eigentlich machen können.

Ihr werdet staunen…

playstation

Habt ihr noch eigene Tricks und Tipps wie ihr die Prokrastination vermeidet und besser arbeitet? ich bin gespannt und freue mich auf euer Feedback! Liebe Grüße Rebecca

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